Der Keller ist der Raum, in dem Entscheidungen vertagt werden. Die Kiste vom letzten Umzug, der Kinderwagen, der vielleicht noch einmal gebraucht wird, drei angebrochene Farbeimer und ein Regal, auf dem sich über Jahre ein grauer Film gebildet hat. Man geht hinunter, holt die Getränkekiste und schließt die Tür wieder. Irgendwann riecht es dann muffig, und die Frage ist nicht mehr, ob man sich darum kümmert, sondern wie viel inzwischen feucht geworden ist.
Der Winter ist dafür die beste Zeit im Jahr. Im Garten ist nichts zu tun, und die kalte, trockene Außenluft ist der beste Helfer, den ein Keller haben kann, weil Lüften jetzt wirklich trocknet. In diesem Beitrag steht, in welcher Reihenfolge entrümpelt und gereinigt wird, woran Sie Feuchtigkeit und Schimmelrisiko erkennen, warum im Keller im Sommer anders gelüftet wird als im Winter, wie Boden und Regale richtig behandelt werden und was im Mietshaus Sache der Hausverwaltung ist.
- Erst ausräumen und sortieren, dann reinigen, und zwar von der Decke zum Boden
- Muffiger Geruch, welliger Karton und dunkle Flecken sind Frühzeichen für zu viel Feuchtigkeit
- Im Winter lüften trocknet, im Sommer bringt Tageslüften Kondenswasser in den Keller
- Kellerboden saugen statt trocken kehren und mit wenig Wasser wischen, danach lüften
- Im Mietshaus gilt: eigenes Abteil Mieter, Gemeinschaftsflächen laut Hausordnung, feuchte Wände Vermieter
Erst entrümpeln, dann reinigen
Die Reihenfolge ist der wichtigste Zeitsparer: Der Keller wird zuerst vollständig ausgeräumt und erst dann gereinigt. Wer vorher putzt, macht die Arbeit zweimal, weil beim Herausziehen von Kisten, Möbeln und Regalen der Staub der letzten Jahre aufgewirbelt wird und sich auf die gerade gewischten Flächen legt. Außerdem sieht man erst im leeren Raum, wie es um Boden, Wände und Ecken wirklich steht.
Beim Ausräumen haben sich drei Stapel bewährt: behalten, weitergeben und entsorgen. Die Regel für den ersten Stapel ist streng. Was seit mehreren Jahren nicht mehr in der Hand war und keinen Erinnerungswert hat, braucht einen guten Grund, um zu bleiben. Für den zweiten Stapel gibt es Nachbarschaftsgruppen, Sozialkaufhäuser und Kleinanzeigen. Der dritte wird nach Material getrennt, denn Sperrmüll, Elektrogeräte, Metall und Holz nehmen die Wertstoffhöfe im Landkreis getrennt an.

Eine vierte Kiste gehört ausschließlich den Problemstoffen: angebrochene Farben und Lacke, Lösemittel, Holzschutzmittel, Altöl, Pflanzenschutzmittel, Batterien und Leuchtstoffröhren. Diese Stoffe dürfen weder in den Restmüll noch in den Ausguss. Sie werden bei der Problemmüllsammlung oder am Wertstoffhof abgegeben, die Termine veröffentlicht der Landkreis. Getrocknete Dispersionsfarbe ist die Ausnahme und kann oft mit dem Restmüll entsorgt werden, ausgehärtet und ohne Flüssigkeit im Eimer.
Feuchtigkeit und Schimmel erkennen
Der leere Keller ist der Moment für eine ehrliche Bestandsaufnahme. Ein muffiger Geruch ist fast immer das erste Zeichen für zu viel Feuchtigkeit, lange bevor irgendetwas sichtbar wird. Weitere Hinweise sind wellige oder fleckige Kartons, Rost an Regalfüßen und Werkzeug, Stockflecken auf Textilien und dunkle Verfärbungen in Raumecken sowie hinter Schränken, die an Außenwänden standen.
Das früheste Warnsignal. Er entsteht, wenn Materialien dauerhaft feucht sind, und bleibt, auch wenn noch keine Flecken sichtbar sind.
Pappe nimmt Feuchtigkeit schneller auf als jedes andere Material im Keller. Wellen und Ränder am Boden der Kisten zeigen, wo es zu feucht ist.
Kristalline Ablagerungen an der Wand sind meist Salzausblühungen, kein Schimmel. Sie zerfallen zwischen den Fingern und zeigen wandernde Feuchtigkeit im Mauerwerk.
Fleckige, pelzige Beläge in Ecken und hinter Möbeln sind ein Hinweis auf Schimmel, besonders wenn sie nach dem Abwischen zurückkommen.
Ein einfaches Hygrometer ist die günstigste Investition für jeden Keller. Es zeigt die relative Luftfeuchte und macht aus einem Gefühl eine Zahl. Liegt der Wert über Wochen bei 70 Prozent oder darüber, steigt das Risiko für Schimmel deutlich. Kleine, oberflächliche Stellen lassen sich selbst entfernen. Bei größeren Flächen ab etwa einem halben Quadratmeter empfiehlt das Umweltbundesamt eine Fachfirma, und die Ursache sollte in jedem Fall geklärt werden. Welche Mittel wirken und wo die Grenze zur Selbsthilfe liegt, beschreibt der Beitrag Schimmel im Bad entfernen, die Grundsätze gelten im Keller genauso.
Kellerlüftung im Sommer und Winter
Im Keller gilt eine Lüftungsregel, die dem Bauchgefühl widerspricht: Im Winter trocknet Lüften den Raum, im Sommer macht Tageslüften ihn feuchter. Der Grund ist die Temperatur der Luft. Warme Luft kann viel Wasser tragen, kalte wenig. Wenn im Juli warme Außenluft in einen kühlen Keller strömt, kühlt sie an Wänden und Boden ab und gibt ihr Wasser als Kondensat ab. Die Wände werden nass, obwohl gerade gelüftet wurde.
Im Winter ist es genau umgekehrt. Die kalte Außenluft enthält wenig Wasser, erwärmt sich im Keller und nimmt dabei Feuchtigkeit auf, die beim nächsten Lüften hinausgetragen wird. Deshalb ist der Winter die ideale Zeit, einen Keller nach dem Entrümpeln und Wischen gründlich zu trocknen. Die folgende Übersicht fasst die Regel zusammen.
| Jahreszeit | Wann lüften | Wie lüften | Worauf achten |
|---|---|---|---|
| Winter | tagsüber, mehrmals | kurz und kräftig, am besten quer | bei Frost nicht dauerhaft kippen, Leitungen schützen |
| Frühjahr und Herbst | an kühlen, trockenen Tagen | kurz, mit Blick aufs Hygrometer | nicht bei Regen oder Nebel lüften |
| Sommer | nachts oder früh am Morgen | nur, wenn außen kühler ist als innen | tagsüber Fenster geschlossen halten |
| Nach dem Wischen | direkt im Anschluss | so lange, bis der Boden trocken ist | erst dann wieder einräumen |
Wäsche gehört übrigens nur dann in den Keller, wenn es einen belüfteten Trockenraum gibt. Nasse Wäsche gibt eine erhebliche Menge Wasser an die Raumluft ab, und in einem kühlen Keller ohne Luftaustausch landet dieses Wasser an den Wänden. Wer den muffigen Geruch trotz aller Maßnahmen nicht loswird, findet weitere Ansätze im Beitrag Gerüche in der Wohnung neutralisieren.
Kellerboden, Wände und Regale säubern
Gereinigt wird von oben nach unten. Zuerst kommen Spinnweben an Decke, Rohren und Lampen, dann die Regale und die Wände, zum Schluss der Boden. Kellerstaub ist fein und mineralisch, deshalb wird er nicht trocken gekehrt, sondern gesaugt, am besten mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter. Bei sehr staubigen Kellern ist eine FFP2-Maske sinnvoll. Wo Mäusekot liegt, gilt eine eigene Regel: nie trocken kehren oder saugen, sondern befeuchten, mit Handschuhen aufnehmen und in einer verschlossenen Tüte entsorgen, weil beim Aufwirbeln Krankheitserreger in die Atemluft gelangen können.

Beim Wischen ist weniger Wasser mehr. Ein unversiegelter Beton- oder Estrichboden nimmt Wasser auf und gibt es tagelang als Feuchtigkeit an den Raum ab, und jeder zusätzliche Liter landet am Ende an den Wänden. Deshalb wird nebelfeucht gewischt, mit einem gut ausgewrungenen Mopp und einem neutralen Reiniger, und anschließend gelüftet. Geflieste oder beschichtete Böden vertragen mehr Wasser, aber auch hier gilt: erst trocken, dann einräumen. Wände werden nur abgekehrt oder abgesaugt, nicht nass abgewaschen, es sei denn, sie sind gefliest oder mit einer abwaschbaren Farbe gestrichen.
Beim Einräumen entscheidet sich, ob der Keller in zwei Jahren wieder so aussieht wie vorher. Metallregale oder Kunststoffregale sind Holz im Keller überlegen, weil sie keine Feuchtigkeit aufnehmen. Sie sollten einige Zentimeter Abstand zur Außenwand haben, damit Luft dahinter zirkulieren kann, und die unterste Ebene steht nicht direkt auf dem Boden. Geschlossene, beschriftete Kunststoffboxen ersetzen die Kartons, die Feuchtigkeit ziehen, Silberfischchen anlocken und bei Nässe nachgeben.
Mietshaus: Was die Hausverwaltung regelt
Im Mehrfamilienhaus ist der Keller aufgeteilt, und mit ihm die Zuständigkeit. Das eigene Kellerabteil hält jeder Mieter selbst sauber und in Ordnung. Für die gemeinsam genutzten Flächen, also Kellergänge, Kellertreppe, Waschkeller, Trockenraum und Fahrradkeller, gilt, was im Mietvertrag und in der Hausordnung steht. Entweder reinigen die Mieter nach einem Plan reihum, oder der Vermieter beziehungsweise die Hausverwaltung beauftragt eine Reinigungsfirma. Die Kosten der Gebäudereinigung dürfen dann als Betriebskosten umgelegt werden.
Klar getrennt davon sind bauliche Ursachen. Feuchte Wände, eindringendes Grundwasser, undichte Leitungen oder ein defekter Lichtschacht sind Sache des Vermieters. Mieter sind aber verpflichtet, solche Mängel zu melden, sobald sie sie bemerken, und Schimmel im eigenen Abteil gehört genauso dazu. Gegenstände in den Gemeinschaftsgängen sind in vielen Hausordnungen ausdrücklich untersagt, weil die Gänge im Ernstfall als Fluchtweg frei bleiben müssen. Wie Hausverwaltungen die Reinigung der Gemeinschaftsflächen organisieren, beschreibt der Beitrag Reinigung für Hausverwaltungen, die Regeln zwischen Mietern und Vermietern der Beitrag zur Treppenhausreinigung.
Im Sommer tagsüber die Fenster kippen und damit warme, feuchte Luft an die kalten Wände holen. Den Betonboden mit viel Wasser wischen und danach nicht lüften. Kartons und Holzregale direkt an die Außenwand stellen, wo keine Luft mehr hinkommt. Und nasse Wäsche in einem Kellerraum ohne Luftaustausch aufhängen.
Kellerreinigung durch Glanz & Glimmer
Glanz & Glimmer ist seit der Gründung 2023 in Iggensbach im Landkreis Deggendorf zu Hause und übernimmt die Grundreinigung von Kellern im Rahmen der Haushaltsreinigung, idealerweise direkt nach dem Ausräumen. In Mehrfamilienhäusern gehören Kellergänge, Kellertreppe und Gemeinschaftsräume bei uns als fester Punkt zur Unterhaltsreinigung, mit Turnus statt nach Zuruf. Das Sortieren bleibt Ihre Entscheidung, die gründliche Reinigung danach nehmen wir Ihnen ab.
Spinnweben, Rohre, Regale, Wände und Boden in der richtigen Reihenfolge, mit Staubsauger statt Besen, damit der feine Kellerstaub nicht in der Luft bleibt.
Unversiegelte Böden wischen wir nebelfeucht und sorgen danach für Luftaustausch, damit die Reinigung keine neue Feuchtigkeit in den Keller bringt.
Auffällige Stellen, Ausblühungen oder Schimmelspuren benennen wir offen, damit Sie oder Ihre Hausverwaltung die Ursache klären lassen können.
Für Hausverwaltungen und Vermieter reinigen wir Kellergänge, Treppen und Waschkeller im festen Turnus, dokumentiert und umlagefähig abrechenbar.
Betriebshaftpflicht inklusive, angemeldete Kräfte, dokumentierte Schlüsselübergabe. Die Nachweise legen wir unaufgefordert vor.
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Ein Keller wird nicht an einem Samstag sauber, an dem man nebenbei noch sortiert. Planen Sie das Ausräumen als eigenen Schritt, holen Sie sich ein Hygrometer und nutzen Sie die trockene Winterluft. Wenn der Raum leer ist und Sie die Reinigung abgeben möchten, schauen wir uns den Keller kurz an und nennen Ihnen danach einen Festpreis.
Häufige Fragen zur Kellerreinigung
In welcher Reihenfolge entrümpelt und reinigt man einen Keller?+
Wie lüftet man einen Keller richtig?+
Woran erkennt man Feuchtigkeit und Schimmel im Keller?+
Wer muss im Mietshaus den Keller reinigen?+
Was kostet eine professionelle Kellerreinigung?+
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